Löschzugchörli Interlaken
40 Jahre Löschzugchörli
Interlaken,
ein Porträt zum Jubiläum 2008
IR FÜÜRWEHR, IR FÜÜRWEHR HESCH ÖPPE EIS VIIL Z'TUE...
Die Sänger des Löschzugchörli Interlaken sind, oder waren fast ausnahmslos Angehörige der Pikett-Einheit der Feuerwehr Interlaken, (Löschzug 1). In zum Teil harten Einsätzen im Kampf gegen Feuer und Rauch wurden sie zu Kameraden. Ohne eine gute Kameradschaft, auf die der Einzelne im Extremfall rechnen kann, ist der Kampf gegen die Elemente ein schwieriger und unsicherer Auftrag. Es ist daher nicht verwunderlich, das das "Chörli" in etlichen seinen Liedern das Geschehen rund um den Feuerwehrdienst besingt. Dabei kommen natürlich, wie könnte das anders sein, das Gesellige und eben die gute Kameradschaft klar zum Ausdruck.
IM BÄRE SITZE MIER SCHO LANG AM RUNDE TISCH
Ist der Einsatz geleistet -im Ernstfall oder auch nur übungshalber- wird meistens noch in einer Dorfbeiz ein Bier getrunken. Die Wirtschaft im Hotel Bären ist seit Jahren das Stammlokal der Löschzügler. Hier wurde am "Runden" schon mansche gemütliche Stunde zugebracht. Und weil das Bier wie auch die Feuerwehr mit "Löschen" zu tun hat, ist der Gerstensaft so etwas wie ein Lebenselixier für die Löschzügler geworden.
Nicht nur dach dem Feuerwehrdienst treffen sich die Löschzügler im Bären. Wöchentlich am frühen Samstagabend wird in der Stammtischrunde über "Gott und die Welt" -nicht selten über die Feuerwehr diskutiert.
BAH-BAH-BA-BA...
Weil schon nach der ersten Strophe der am Biertisch gesungenen Lieder die Texte
meistens durch "La-la-la" ersetzt wurden, schufen einige dem Gesang zugeneigte
Löschzügler eigens ein Liederbüchlein. Es war lange Zeit Ehrensache, in der Uniform
nebst Löschdienstreglementen und Hydrantenverzeichnis auch dieses Liederbüchlein auf
sich zu tragen.
Des öfteren wurde also mal ein Liedlein gesungen und bald wurden die
"La-la-la's" immer seltener. Ausgerechnet mit "Liedern ohne Worte",
mit der gesanglichen Interpretation von Marschmusik-Kompositionen (bah-bah-ba-ba...) hat
das Löschzugchörli 1977 mit der Produktion einer "Single"-Platte in der
breiteren Oeffentlichkeit von sich reden gemacht.
HURRA KAMERADEN, HURRA, DER LÖSCHZUG IST DA...
Der Löschzugabend ist der zweijährlich stattfindende Unterhaltungsabend des Löschzug 1-Verein. Die Feuerwehrmänner bestreiten dabei jeweils ein handgestricktes Bühnenprogramm. Von Turnakrobatik, Theater- und Kabaretteinlagen über musikalische und gesangliche Darbietungen reicht die abendfüllende Vorstellung. Seemannslieder wurden schon interpretiert und auch einige Takte aus einer bekannten italienischen Oper. Eben für diesen Anlass im Jahre 1970 studierte die singende Stammtischrunde ein erstes Repertoire ein. Bereits 1968 hatte die singende Stammtischrunde anlässlich einer Veranstaltung des Oberländischen Fischereivereins ihr Bühnen-Debüt. Der Erfolg an jenem März-Abend ermutigte die Löschzügler das Singen weiter zu pflegen. Das Löschzugchörli war, obwohl niemand dies damals realisierte, so gut wie gegründet. Und immer häuffiger wurden die Verpflichtungen. Um auf den berühmten "Brettern, die die Welt bedeuten" bestehen zu können, muss auch ein Plauschchörli tüchtig üben. Steht etwas grösseres wie etwa ein Löschzugabend bevor, üben die Löschzügler vierzehntäglich. Zur Sommerzeit wird pausiert und einfach die Kameradschaft gepflegt - nicht selten auch singenderweise...
MIER SI VO DER FÜÜRWEHR...
Gute dreihundertmal ist das Löschzugchörli seit 1970 nun bereits öffentlich
aufgetreten. Geburtstags-Partys im Familienkreis, Hochzeiten oder Chilbi's im Festzelt
haben die musikalischen Feuerwehrmänner schon besungen.
Es gab Höhepunkte, wie etwa ein stimmungsvolles Firmenjubiläum in Bad Rappenau
(BRD), wo neben etablierten Stars aufgetreten wurde.
Gegensätzlich waren andere Erlebnisse, wie etwa die Konzerte für Cerebral-Gelähmte
im nahen Thun. Interlaken ist heute ein viel besuchter Kongressort. Das Löschzugchörli
bereichert, als begehrte einheimische Produktion, nicht selten die Rahmenprogramme für
Gäste im Kongress-Zentrum oder in den Bankett-Sälen der Interlakner-Hotels
EINE FEUERWEHR WOLLTEN SIE AUCH HABEN...
Der erste Fernsehauftritt war unbestritten ein Höhepunkt in der Geschichte des Löschzugchörlis. Am 21. April 1979 feierte das Löschzugchörli TV-Première in der beliebten Unterhaltungssendung "Zum doppelten Engel" im Fernsehen DRS. Seither hat die singende Feuerwehr aus dem Berner Oberland mit Erfolg an verschiedenen TV-Produktionen mitgewirkt. Die Sendung "Iischtige bittte" mit dem Trio Eugster, drei Auftritte in der Sendung "Heimatmelodie" vom luxemburgischen Privatsender RTLplus, die Mitwirkung in Kurt Felix's "Supertreffer", Karl Moik's "Musikantenstadl" im österreichischen Fernsehen ORF und Sepp Trütsch's "Musig-Plausch" waren weitere Erfolgsmomente, die das Löschzugchörli im In- und Ausland zur beliebten Unterhaltungsgruppe machte.
MITWIRKUNG IN TV-PRODUKTIONEN
| 1978 | Zum doppelten Engel (TV DRS) |
| 1982 | Iischtige bitte (TV DRS) |
| 1986 | Allegra (TV DRS) |
| 1986 | Treasure hunt (Channel 4, GB) |
| 1987 | Ciao Domenica (TV RTSI) |
| 1988 | Heimatmelodie (RTLplus) |
| 1988 | Grand Prix der Volksmusik (Dreiländer-Finale) (ZDF/ORF/DRS) |
| 1989 | Heimatmelodie (RTLplus) |
| 1989 | Musikantenstadl (ORF) |
| 1991 | Grand Prix des volkstümlichen Schlagers (nat. Ausscheidung) (TV DRS) |
| 1991 | Supertreffer (TV DRS) |
| 1991 | Heimatmelodie (RTLplus) |
| 1991 | Grand Prix der Volksmusik (Dreiländer Finale) (ZDF/ORF/DRS) |
| 1992 | "Kaleidoskop" (TV Russ.-Föderation) |
| 1992 | Musig-Plausch (TV DRS) |
| 1994 | "Raduga" (Regenbogen) (Russisches Staatsfernsehen "TV Ostankino") |
| 1996 | Kein schöner Land (ARD) |
| 1998 | Top of Switzerland (TV DRS) |
AM BESCHTE ISCH E FÜÜRWEHRMAA...
Eine besondere Angelegenheit war die Teilnahme an den Grand Prix der Volksmusik von 1988 und 1991. Beide Male gelang dem Chörli der Einzug ins Dreiländer-Finale. Zusammen mit vier weiteren Interpreten-Formationen reiste das Löschzugchörli als "Schweizer Nationalmannschaft des volkstümlichen Schlagers" zu den Direktsendungen von ZDF/ORF/DRS ins Zürcher Hallenstadion und in die Innsbrucker Olympiahalle. Zweimal reichte es in der Schlussausmarchung nicht für absolute Spitzenrangierungen, aber mit "Mier si vor der Füürwehr" und "Am beschte isch e Füürwehrmaa" von Alex Eugster und Charles Lewinsky präsentierte das Chörli gängige Melodien die noch heute oft gespielt und gehört werden.
WIND SÜD-OST, STARTBAHN NULL-DREI
Wie das jeder andere Verein auch tut, geht das Löschzugchörli hie
und da auf Reisen. Wenn im Chörli aus dem vielsprachigen Repertoire das Lied "De
colores" angestimmt wird, erinnern sich die Sänger gerne an die zwei Reisen nach der
Balearen-Insel Mallorca. In der Colonia Sant Jordi verbrachte es 1984 und 1987 gemütliche
Stunden im Kameradenkreis.
Zu den Höhepunkten in der jüngeren Löschzugchörli-Geschichte zählen die Reisen
nach Moskau (1994) und Amerika (1996). Auf Einladung des Ministeriums, sang das Chörli in
der Folklore-Sendung "Raduga" (Regenbogen) des Russischen Staatsfernsehens
"Ostankino". In Boston umrahmten die "Singing Fire Fighters from
Switzerland" die Feierlichkeiten zum 100-Jahre-Jubiläum des Amerikanischen
Feuerwehrverbandes NFPA (National Fire Protection Association).
ZERSCH SINGE MIER EUCH ÖPPIS VOR, DE HÄLFE ALLI MIT...
Das Chörli begann sich erst gegen Ende der Siebzigerjahre mit der Produktion von Schallplatten zu befassen. 1977 erschien eine erste "Single" mit der Marschmusik-Interpretation "Tägertschi-Märschi". Bald wurde die erste Langspielplatte besungen. Bis heute sind es bereits fünf LP's geworden. "Am Füürwehrschtamm geits luschtig zue" (1978), "Füürio" (1982), "Mier hei der Plousch" (1986), "Mier si vo der Füürwehr" (1988) und "Eiger, Mönch und ...Löschzugchörli" (1982) heissen die Titel. Sang das Chörli bisher arrangierte Schlager, Volks- und Lumpenlieder, wurden auf den letzten Platten erstmals "eigene" Melodien, komponiert von Alex Eugster mit Texten von Charles Lewinsky, aufgenommen. Auf der jüngsten Produktion "Füürwärk" (1998) finden sich gleich vier Titel des erfolgreichen Texte/Komponisten-Duo's.
MIER HEI ZUM FIIRE HÜT E GRUND...

zum ersten
...war dann das Motto 1998 als das Löschzugchörli Interlaken auf sein dreissigjähriges Bestehen
zurückblicken konnte. Trotzdem ist es so gut wie sicher, dass das Löschzugchörli nie ein
fünfzig- oder hundertjähriges Jubiläum feiern wird.
Das Löschzugchörli lebt zu einem grossen Teil von den Persönlichkeiten der
Begründer und von dem sich in ihnen wiederspiegelnden Zeitgeist. Die Musikanten und
Sänger des "Chörli's" wie es liebevoll von seinen Mitgliedern genannt wird,
sind sich dessen bewusst. Vielleicht ist das Löschzugchörli gerade deswegen so beliebt,
weil es die Gunst der Stunde geniesst, ohne eine vom Erfolg geforderte Zukunft
vorzuplanen.
HEISSI SÖNGS

Nach den Festivitäten im 1998 stellte sich das Löschzugchörli Interlaken die Grundsatzfrage Weitermachen oder nicht. Es mussten Austritte verzeichnet werden, die Motivation musste zeitweise hart erarbeitet werden. Trotz vieler Fragen über das Wie und Warum entschloss sich das Chörli etwas kürzer zu treten aber weiterzumachen. Viel Zuspruch erhielt das Chörli auch aus seinem Freundeskreis was sicher diesen Entscheid positiv beeinflusste.
2001 entschloss sich dann das Chörli aufgrund der grossen Nachfrage eine CD mit gesammelten Werken aus den vergangenen Jahren herzustellen. Der gute Kontakt zu unserer Produktionsfirma Eugster erlaubte es, dass noch im gleichen Jahr der Tonträger auf den Markt kam und sich recht gut verkaufte.
Es folgten auch wieder einzelne Fernsehauftritte so zum Beispiel in der Weihnachtssendung des Schweizer Fernsehen DRS
MIER HEI ZUM FIIRE HÜT E GRUND...
zum zweiten
Nach weiteren, eher etwas ruhigeren zehn Jahren feiert das Chörli nun sein 40-Jahre-Jubiläum. Waren die Höhepunkte nicht mehr so international (wenn man von einem wunderschönen Wochenende in Werfenweng/Österreich absieht) absolvierte es die verschiedensten Auftritte, mal im grossen Rahmen mit Sound-Anlage, mal im kleinen Rahmen, sei es an einem Geburtstag oder Jubiläum oder wiederum im Rahmen eines Kongressanlasses in Interlaken.
Das Löschzugchörli wird 40-jährig. Wurde vor 10 Jahren das grosse Fest zum 30-jährigen noch mit einer Träne in den Augen gefeiert (man wusste nicht genau wie es weitergehen soll) geht in diesem Jahr erneut die Jubiläums-Post ab. Nach einem damals klaren Entscheid für das Weitermachen, werden die Feierlichkeiten, wenn auch mit etwas weniger Aufwand, erneut über die Bühne gehen.
Das Chörli hat sich verschiedene Überraschungen ausgedacht. Die meisten sind für unsere Freunde (Auftritte auf dem Bödeli in verschiedenen Gaststätten, in Heimen, ev. auch wieder einmal am Fernsehen (!?) usw..
Der offizielle Jubiläumsanlass für und mit unseren
Freunden fand am Samstag, 16. August 2008 in Interlaken im
Festzelt an der Strandbadstrasse, direkt neben unserem Übungslokal Restaurant
Aare Café statt. Alle waren willkommen und der Einritt war frei. Wir
erwarteten verschiedene Überraschungsgäste aus der Show-Szene Schweiz und dem
Berner Oberland und wurden nicht enttäuscht.
Zusammen mit unseren Gastgeber Margrith und Paul Lüthi gelang es uns ein
würdiges Fest auf die Beine zu stellen.
Vom Chörli waren dabei:
Löschzugchörli Interlaken 2008
| Pedro Hubacher | Dirigent |
| Fritz Feuz | Akkordeon |
| Bernhard Marti | Lead-Gitarre/E-Bass |
| Markus Müller | Piano |
| Beat Wirth | Akkustik-Gitarre |
| Moritz Beugger | E-Bass |
| Peter Termignone | Tenor |
| Ernst Balmer sen. | Bass |
| Ernst Balmer jun. | Tenor |
| Rudolf Burkhalter sen. | Bass |
| Rudolf Burkhalter jun. | Bariton |
| Pierre Frick | Bariton |
| Willy Rüegsegger | Bass |
| Peter Ritschard | Bariton |
| Alfred Berger | Bass |
| Marcel Moser | Bariton |
| Daniel Lüthi | Tenor |
| Hans Peter Ott | Tenor |
| Franz Aerni | Tenor |
| Beat Hassenstein | Bariton |
| Hanspeter Joost | Bass |
| Walter Joost | Tenor |
| Willy Stiefvater | Tenor |
| Peter Rieder | Bass |
| Simon Margot | Bariton |
| Daniel Biedermann | Bariton |
| Thomas Gobeli | Bass |
| Max Fuchs | Bass |